Gegen Hunger / Von Helmut Müller Ei Gude, wie

Helmut Müller

Die, die es wissen wollen, wissen es: Die Welt kann schon lange die Menschen nicht mehr ernähren, die auf ihr wohnen. Scheinbar sind wir zu viele. Die Ressourcen reichen nicht mehr. In der Konsequenz treiben wir Raubbau. Wir plündern den Planeten auf Teufel komm raus aus. Koste es, was es wolle. Hauptsache, es geht uns gut. Nach uns die Sintflut. Und dazu noch der Klimawandel und jetzt auch noch die Pandemie. Abergläubige haben jetzt Hochkonjunktur. Ein Szenario, das auch Weltuntergangsstimmung auf den Plan ruft. Gehen wir mit großen Schritten unserem Ende zu? Nein, das glaube ich nicht. Wir müssen uns aber besinnen und dafür sorgen, dass alle Menschen genug zu essen haben und unser Planet trotzdem nicht geplündert wird, damit auch künftige Generationen auf ihm leben können. Die Kluft zwischen Arm und Reich muss beseitigt werden.

Nicht nur in unserer Gesellschaft. Weltweit. 2023, so rechnen Experten, werden über acht Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben. Um diese Zahl zu verringern, wäre eine weltweite Geburtenkontrolle von Nöten. Die westliche Welt lebt im Überfluss und die Geburtenzahlen sinken jährlich. Irgendwann in der Zukunft werden wir aussterben, wäre die logische Folge. In ärmeren Ländern wie in Afrika gehen die Geburtenraten steil nach oben, weil die Familien zum Überleben viele Mitglieder brauchen. So einfach ist das. Wir stecken in einem Dilemma. Wenn wir das nicht geregelt bekommen, wird viel Leid über die Menschheit kommen.

Man kann es an der jetzigen Pandemie ablesen. Erst wenn der letzte Mensch geimpft wurde, sind wir vor der Pandemie halbwegs sicher. Zurück zur westlichen Welt. Ja, wir haben Überfluss, aber nicht für alle Menschen. Immer mehr sind auf Hilfe angewiesen, wie die Tafeln zeigen, die es seit 1993 gibt. Die Tafeln versorgen bundesweit etwa 1,7 Millionen Menschen im Schnitt einmal pro Woche mit 3,4 Kilogramm Lebensmitteln. Die Abgabe erfolgt ausschließlich an Bedürftige, die ihre Bedürftigkeit beispielsweise über einen Hartz-IV-Bescheid nachweisen können. In Deutschland gibt es momentan etwa 950 Tafeln, bei denen sich über 60.000 Menschen engagieren. Unser Problem im Land könnten wir selber lösen. Darüber wird in der Politik schon lange heftig gestritten. Das Ergebnis ist noch offen. Mal sehen, wer die Lösung nach der Bundestagswahl am 26. September dieses Jahres angeht.

Hunger ist das Schlimmste, was es gibt. Hunger und keine Zukunft. Das ist der Stoff aus den Revolutionen entstanden sind und entstehen. Ein Leben ohne Hunger ist ein Menschenrecht. Dafür steht bei uns in Deutschland die Welthungerhilfe. Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit und der Nothilfe mit Sitz in Bonn, politisch und konfessionell unabhängig. Seit ihrer Gründung 1962 übernimmt der jeweils aktuelle Bundespräsident die Schirmherrschaft der Welthungerhilfe. Sie hat mit circa 3,95 Milliarden Euro über 9.830 Hilfsprojekte in 70 Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens durchgeführt.

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