Organspende / Von Helmut Müller Ei Gude, wie?

Helmut Müller

Das Thema ist aktueller denn je, der Tag der Organspende war in diesem Jahr vor einer Woche am 5. Juni. Ich widme der Organspende heute meine Aufmerksamkeit. Schon mal vorneweg, ich bin eigentlich schon immer für die Organspende, weil ich sie für notwendig halte und weil es zum Abschluss eines Lebens nicht schöneres geben kann, als einem kranken Menschen mit den eigenen Organen ein lebenswertes Weiterleben zu ermöglichen.

Mich macht der Gedanke froh. Letztendlich wollte ich aber auch meinen Angehörigen die Verantwortung abnehmen. Mit ihnen reden, kommt für mich noch vor der Unterschrift im Organspendeausweis. Bei einer Organspende werden menschliche Organe für eine Transplantation vom Organspender zur Verfügung gestellt. Lebendspenden sind bei Nieren und Leberlappen gängige Praxis, bei Gebärmüttern sind solche Spenden in der Experimentalphase.

Gleichwohl, es gibt bei diesem Thema kein richtig oder falsch. Ich möchte nur, dass sich ein jeder mit der Thematik beschäftigt und sie nicht bis zum „Sankt-Nimmerleinstag“ verschiebt. Ja, so sind wir gestrickt, für uns unangenehme Dinge verdrängen wir sehr gerne. Dass ich dabei noch etwas Gutes für mich selber mache, übersehen leider sehr viele. Wenn ich schwer erkranke, werde ich als Organspender im besonderen Maße betreut, damit eventuell zu spendende Organe auch unversehrt bleiben. Der tolle Nebeneffekt dabei ist, die Chancen, dass ich überlebe steigen, ich sag’ mal, exponentiell. Will sagen, meine Lebenserwartung steigt. Dass das viele nicht sehen, wundert mich schon. Das Gegenteil ist ja der Fall, viele glauben, wenn sie Organspender seien, würden die behandelnden Ärzte sie als „Organlieferpaket“ sehen und wären über ein Ableben erfreut. Entschuldigung: Was für ein Schwachsinn, Ärzte haben einen Eid geschworen, Leben zu retten. Ihr Job wurde schon durch die Patientenverfügung und deren Auslegung nicht gerade erleichtert. Schon vor der Pandemie standen sie unter starkem Druck. Gesundheitsminister Jens Spahn unter anderem hatte die „schwarze Null“ im Gesundheitswesen anvisiert. Als könnte man dabei noch Geld verdienen. Und Kosten senken auf Teufel komm raus, ging bisher nur auf Kosten der Qualität und der Gesundheit des Personals.

Alle, Schwestern, Pfleger, Ärzte, eben alle hätten mehr Lohn verdient und vor allen Dingen mehr Personal. Das ist aber ein anderes Thema. Passt aber jetzt in den bevorstehenden Bundestagswahlkampf. Macht Druck auf die Politik, fragt, wer was will. Den Organspendeausweis bekommen Sie bei vielen Apotheken, Hausärzten, Krankenhäusern und auch bei den Krankenkassen liegen Organspendeausweise aus.

Telefonisch bestellen geht Z 0800/-9040400, das ist die kostenlose Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Nehmen Sie Organe nicht mit in den Tod, sondern schenken Sie Leben und Lebensfreude schon hier auf der Erde. Denn im Himmel werden die Organe nicht gebraucht, sondern hier auf der Erde. Ei Gude, wie!

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