Wildernder Hund reißt Reh

Die beiden Rehkitze wären wenige Tage nach der Tötung durch den Hund geboren worden. Foto: gn

Am Mittwochabend vor einer Woche gegen 18.30 Uhr wurde in Hasselroth beobachtet, wie ein frei laufender Hund eine Ricke (weibliches Reh) angefallen und schwer verletzt hat. Der Hundehalter konnte bislang nicht identifiziert werden.

Hasselroth – Bei dem Hund soll es sich um einen Podenco, braun grau gestromt, handeln. Der Vorfall hat sich demnach auf der Landesstraße zwischen Niedermittlau und Gondsroth, links vor der Birkigsbachbrücke im straßennahen Feld.

Wie Werner Hellmuth von der Jagdgenossenschaft Niedermittlau berichtet, hat sich der Augenzeuge sofort an den Revieraufseher Willi Krebs und seine Frau Petra in Niedermittlau gewandt. Frau Krebs habe dann das sehr schwer leidende Tier von seinen Qualen erlöst. Der Hund sei zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Vorort gewesen. „Beide haben das Reh danach mit zu sich nach Hause genommen, um zu schauen, wie schwer die Verletzungen sind. Beim Abziehen wurden umfangreiche Bissspuren am Hals gefunden, auch an der Keule sind Bissspuren vorhanden, außerdem ist ein großes Hämatom am Brustkorb erkennbar, hier waren zwei Rippen gebrochen. Beim Öffnen der Bauchdecke wurden zudem noch die Föten zweier Jungtiere entdeckt, der Entwicklungsstand der zwei Kitze ist circa zwei bis vier Tage vor der Geburt. Ich möchte dass diese Bilder gezeigt werden, damit jeder Hundehalter sehen kann, was passiert, wenn ihre Hunde nicht angeleint ihrem angeborenen Jagdtrieb freien Lauf lassen. Dem Hund kann hier gar kein Vorwurf gemacht werden. Dem Halter schon“, so Hellmuth.

Deshalb, wie jedes Jahr, sein Appell an die Hundehalter: „Für ‘Normalbürger’ ist es kaum zu spüren, aber naturverbundene Menschen wissen es aus Erfahrung: In der Natur hat jetzt bereits die sogenannte Brut- und Setzzeit begonnen (1. März bis 15. Juli). Das ist jene Zeit des Jahres, in der die Tiere unserer Heimat ihre Jungen bekommen und großziehen. In dieser Zeit sind sie besonders verletzlich - weswegen die meisten Jäger die Jagd ruhen lassen und verständnisvolle, naturverbundene Hundehalter beim Gassigang ihre Hunde an der Leine führen. Also denkt die nächsten Wochen und Monate einfach dran, dass ihr nicht allein seid in der Natur. Bleibt auf den Wegen, haltet Eure Hunde an der Leine und fahrt nachts langsam und bremsbereit! Da draußen in der Natur sind jetzt Jungtiere auf ihre Muttertiere und auf Eure Rücksichtnahme angewiesen!“

Es solle in Hasselroth nicht so weit kommen wie in Langenselbold, wo seit 2016 eine Anleinpflicht in der Brut- und Setzzeit gelte, die bei Nichtbeachtung ein Bußgeld zur Folge habe. „Freilaufende Hunde könnten zum Beispiel Bodenbrüter wie Rebhühner, Lerchen oder Kiebitze aus ihren Nestern vertreiben (auf dem blanken Acker), deren Eier oder Jungen dann wiederum leichte Opfer für andere Tiere werden. Hundehalter nehmen diesen Vorgang meist nicht wahr, wenn sich das Geschehen in dichtem Gras oder im Unterholz abspielt. Es wird daher an das Verantwortungsbewusstsein aller Hundehalterinnen und Hundehalter appelliert, Rücksicht auf Jungwild und Jungvögel zu nehmen und Hunde anzuleinen“, so Hellmuth abschließend. gn

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