180 Kräfte meistern komplexes Szenario

Die Einsatzkräfte wurden bei der Waldbrand-Großübung ordentlich gefordert. Foto: PM

Großeinsatz für die Feuerwehr im Wald – zum Glück nur als Übung: Die Untere Katastrophenschutzbehörde hat am Samstagvormittag ein größeres Waldbrand-Szenario praktisch und realistisch durchgespielt.

Region – Im Wald auf der Gemarkung von Jossgrund und Flörsbachtal bricht ein Feuer aus, touristische Strecken sind betroffen, gängige Verbindungswege sind versperrt, hinzu kommt die Nähe zu Windenergieanlagen und weiteren Punkten mit besonderen individuellen Herausforderungen.

Am Ende lösen die alarmierten Einheiten aus dem gesamten Kreisgebiet – bis aus Maintal im Westen und Sinntal im Osten sind Kräfte vor Ort im Spessart – die Aufgaben zügig und professionell. Für die detaillierte Auswertung nehmen sich der Main-Kinzig-Kreis und die beteiligten Feuerwehren nun die nächsten Tage Zeit. Für Kreisbrandinspektor Markus Busanni, der den Einsatz einigen Gästen näher erläutern durfte, ist dieses komplexe und vielschichtige Waldbrandszenario vom Wochenende „heftig gewesen, aber eben nicht unrealistisch“. „Unsere Feuerwehren müssen jährlich zu Waldbränden ausrücken, auch dieses Jahr schon, mitten in die Wälder oder entlang von Böschungen an Bahnlinien, manchmal auch in die Nähe von Grillplätzen und Parks. In den allermeisten Fällen geht das glimpflich aus und die Brände lassen sich rasch einhegen. Aber schon der Blick nach Brandenburg vor wenigen Wochen zeigt, dass auch in Deutschland sehr viel schwierigere Lagen denkbar sind. Auf diese Situationen stellen wir uns im Kreisgebiet ein“, sagt Busanni.

Über Monate hinweg hatte die Untere Katastrophenschutzbehörde das Drehbuch für den Samstagvormittag erarbeitet. In den vergangenen Tagen und dann vor allem seit dem frühen Samstagmorgen war das Team mit Unterstützung von Hessen-Forst, Pyrotechnikern und weiteren Helferinnen und Helfern unterwegs, die Übung auch praktisch vorzubereiten. Alles mit dem einen Ziel: die Feuerwehrleute vor viele kleine und große Aufgaben zu stellen, die sich im Einsatzgeschehen ergeben können. Schließlich sollten die mehr als 30 alarmierten Einheiten und über 180 eingesetzten Kräfte reichlich gefordert werden.

Dem komplexen Einsatzgeschehen halten die Einsatzkräfte Expertise und neueste Technik entgegen: Ein neuer Waldbrandzug kommt zum Einsatz, Drohnen liefern Wärmebilder zum Auffinden von Glutnestern und zahlreiche Abrollbehälter sorgen für die Verfügbarkeit von Wasser im Spessartwald – weit abseits von Hydranten. Da waren die Funklöcher im Waldgebiet mittels alternativer Meldesysteme letztlich auch kein Problem.

Markus Busanni zog ein „positives Zwischenfazit“, sowohl beim operativen wie auch beim kommunikativen Bereich. „Im Großen und Ganzen haben die Feuerwehren und unterstützenden Verbände die Lage gut beherrscht und umsichtig gelöst. Damit kann man auf jeden Fall zufrieden sein. Die Aufarbeitung der einzelnen Details wird trotzdem eine Weile in Anspruch nehmen. Das machen wir in Ruhe und konzentriert in den nächsten Tagen. Denn am Ende machen wir diese Übung ja auch, um uns gegebenenfalls hier und dort noch zu verbessern“, so Busanni.
upn